Pädagogischer Ansatz zur Traumaarbeit

Der Sichere Ort ermöglicht ein milieutherapeutisches Arbeiten. Die Mitarbeiter sind ein fester Bestandteil des Konzeptes, an dem fortlaufend gearbeitet wird.


Personale Basiskompetenzen wie eine hohe Sachkompetenz, eine intensive Selbstkontrolle und Selbstreflexion sowie Selbstfürsorge sind uns in dieser Arbeit ein besonderes Anliegen und Bestandteil des Konzeptes. An der Balance zwischen reflektierender Distanz und persönlichem Engagement in dieser intensiven Arbeit wird kontinuierlich gearbeitet, um so eine hoffnungsvolle Bindung zu ermöglichen.


Der Sichere Ort ist eine notwendige Grundvoraussetzung für den Traumabearbeitungsprozess.

In diesem Prozess geht es um

  1. die Vermittlung von hoffnungsvollen Bindungsangeboten
  2. die Verbesserung der Sinnes- und Körperwahrnehmung
  3. die Veränderung der Emotionen
  4. Selbstwirksamkeitserwartung
  5. Förderung von Resilienzfaktoren

Dies bedeutet den Verzicht auf Konfrontationsbehandlung im pädagogischen Alltagssetting. Die pädagogisch-therapeutische Arbeit ist eingebettet in einen rhythmisiert gestalteten Tagesablauf, zu dem feste Essens- und Schlafenszeiten, Ruhe und Aktionsphasen gehören. Die Kinder erleben einen neuen Orientierungsrahmen, der ihnen Sicherheit und Halt vermittelt.

Genaue Beobachtung des Kindes und das Wissen um die Abfolge der Entwicklungsschritte sind wichtig. Nur dort, wo das Kind wahres Interesse entwickelt, also zwischen den Forderungen der Mitmenschen und sich selbst eine Verbindung herstellt, kann es lernen und das Gelernte integrieren.

Wir respektieren das Bedürfnis der Kinder, sich geistig, seelisch und körperlich in ihrem Zeitmaß und ihren inneren Bedürfnissen entsprechend zu entwickeln. Die Sicherung von kontinuierlichen Bezügen entscheidet darüber, ob die Kinder ihre Bindungsmodelle korrigieren können und sich dem Wagnis von Vertrauen und Beziehung erneut aussetzen.

Eine vertrauensvolle exklusive Beziehung entsteht nur, wenn die Herkunftsfamilie und ihre Lebensgeschichte nicht verleugnet werden.
Ein großes Anliegen ist uns die Versorgung und der Schutz der Kinder an einem Sicheren Ort mit wertschätzenden Bezugspersonen. Der Sichere Ort bedeutet u.a., Kinder vor Re-Traumatisierungen zu schützen, d.h. auch bei der Ausgestaltung von Besuchskontakten wird das Kinderwohnhaus Aurum als absoluter Schutzraum definiert und familiäre Besuche werden in anderen Räumen der Via Nova vorgenommen.